Robben Island
Etwa 12 Kilometer vor der Küste Kapstadt liegt die berühmte Gefängnisinsel Robben Island. Berühmt geworden ist sie vor allem deshalb, weil Nelson Mandela hier 18 Jahre seiner 27-jährigen Haft verbrachte. Auf der 547 Hektar großen Insel wurde bereits im Jahr 1961 das große Gefängnis errichtet. Hier wurden neben Schwerverbrechern
auch Menschen untergebracht, die gegen die Apartheid ankämpften. Das Gefängnis auf Robben Island galt als ausbruchssicher, denn selbst wenn die Insassen aus dem Gefängnis entkommen konnten, ertranken sie im kalten Wasser.
In den ersten 10 Jahren mussten die Gefangenen auf Robben Island unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen leben und wurden zu harter Arbeit gezwungen. Durch Streiks und Protestaktionen konnten sie im Jahr 1971 bessere Bedingungen erzwingen. Einige Insassen konnten danach während der Haftzeit sogar studieren. Heute wird das Gefängnis nicht mehr genutzt, und Robben Island ist nur noch eine Touristenattraktion und ein Kulturdenkmal. Der letzte Gefangene wurde im Jahr 1991 aus dem Gefängnis entlassen.
Mit einer Fähre kann man die Insel von Kapstadt aus innerhalb von einer halben Stunde erreichen. Die Fähren starten stündlich an der Waterfront am Clock Tower. Auf der Insel kann man dann an einer zweistündigen Führung teilnehmen. Während der Führung klärt ein ehemaliger Gefangener die Besucher über das Leben auf Robben Island auf und zeigt auch die nur fünf Quadratmeter große Zelle von Nelson Mandela. Mit einem Bus gelangt man dann zum Steinbruch, wo die Gefangenen täglich in der heißen Sonne schuften mussten. Im Jahr 1997 wurde auf der Insel zudem ein Museum eröffnet, in dem sich die Besucher genauer über die Geschichte der Insel informieren können. Auf Robben Island gibt es jedoch nicht nur das berühmte Gefängnis, sondern auch eine einmalige Tierwelt mit Pinguinen, Antilopen, Seehunden, Straußen und Springböcken. Die Steilküste ist ein Eldorado für Schnorchler, denn hier ist eine einmalige Unterwasser-Flora entstanden.
